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Das Schöne am historischen Teil unserer Homepage ist, daß diese zu längst vergessen geglaubten Wurzeln zurückfinden hilft und Erinnerungen weckt, die ansonsten für immer und ewig verschwunden wären. Durch einen Zufall wurde Herr Lothar Schaub auf unsere Apotheke aufmerksam, dessen Schwiegermutter immer von ihrem Vater und ihrer Zeit in Steinen erzählte. Es stellte sich heraus, daß es sich um den Apotheker Julius Schmidt handelte, der bisher auf Grund mangelnder Daten nur dürftig in Erscheinung treten konnte. Aber jetzt kann dank der Familien Schaub/Weber/Schmidt ein weiteres Kapitel zu unserer Apothekengeschichte hinzugefügt werden. Herzlichen Dank dafür! Aber jetzt lassen wir die Familie zu Wort kommen:

Apotheke
Die Apotheke in den 40er-Jahren (Bild: Familie)

"Julius Schmidt wurde als Sohn des Apothekers Julius Schmidt aus Karlsruhe geboren. Der Vater hatte die Konzession für die Hilda-Apotheke in Karlsruhe"
Diese Apotheke gibt es heute noch in Karlsruhe, Karlstrasse 66, 1976 umbenannt in Augusta-Apotheke.

ApothekerJuliusSchmidtHilda Apotheke
Julius Schmidt als junger Apotheker in der Hilda-Apotheke in Karlsruhe (Bild: Familie)

 

"Der Sohn arbeitete von 1926 bis 1937 in der Lerchen-Apotheke in Lörrach."

Die Lerchen-Apotheke gibt es heute nicht mehr. Hier eine Kurzzusammenfassung der Geschichte (vielen Dank an Frau Apothekerin Annemarie Taeschner, Lörrach):
Am 12 Juni 1846 wird das erste Gesuch zur Errichtung der zweiten Apotheke in Lörrach eingereicht. Am 20 Januar 1870 erhält Apotheker Dr. August Huber die Konzession zur Errichtung der zweiten Apotheke in Lörrach. 1873 Eröffnung der Apotheke im Herbster Haus am Marktplatz (Binoth-Haus und heute Drei König) gegenüber der Löwen Apotheke. 1914 Verlegung in die Baslerstrasse 24 (jetzt Haus Nummer 151) durch Apotheker Karl Ludwig Junghanns. Erneute Verlegung 1948 geplant durch Zeppenfeldt; aber nicht realisiert. 1961 Verlegung in die Grabenstrasse. 1962 Verlegung wieder zurück in die Basler Strasse durch Herrn Dr. Goetz und Umbenennung in Burg Apotheke. 1972 Umzug ins Hochhaus am Marktplatz 9. Die Burg Apotheke wird am 30.11.2004 durch Dr. Michael Schrader geschlossen.

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Julius Schmidt in Steinen (Bild: Familie)

"Ab 1937 erhielt er die Apotheke in Steinen zur Pacht. Nach fünf Jahren im Jahr 1942 starb der Verpächter und die Konzession wurde neu vergeben. Normalerweise wurde es dem bisherigen Pächter nicht verweigert die Konzession zu erwerben. Julius Schmidt war jedoch nicht Mitglied in der NSDAP und wurde es auch nie. Daher ist ihm ein anderer Apotheker vorgezogen worden, der treues Parteimitglied war. Die Familie musste aus Steinen wegziehen."

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Die Apotheke im Verkaufsraum (Bild: Familie)

Drogenkammer
Die Kräuter- und Drogenkammer im zweiten Stock (Bild: Familie)

Materialkammer
Materialkammer und Büro (Bild: Familie)

"Die nächste Station war Weil am Rhein, wo die Familie die letzten Kriegsjahre erlebte. Von 1946-1948 arbeitete Julius Schmidt nochmals als Angestellter in der Lerchen-Apotheke in Lörrach. In dieser Zeit, von 1947- 1949 machte seine Tochter Ruth in der Lerchen-Apotheke ihre Lehre, bevor sie von 1950-1953 in Mainz Pharmazie studierte."

"1948 erhielt Herr Julius Schmidt die Konzession der Adler-Apotheke in Rastatt. 1959 verstarb er plötzlich. Seine Tochter Ruth verh. Weber (Jahrgang 1927) führte die Adler-Apotheke bis 1963. Danach wurde die Apotheke verpachtet und später verkauft.". Auch die Adler-Apotheke existiert noch.

DieApothekerskinder
Die Apothekerskinder an der Konfimation (Bild: Familie)

In besonderer Erinnerung waren Frau Weber als Kind die Notdienste: "...von der ständigen Dienstbereitschaft. Es war die einzige Apotheke in der Umgebung. Der Apotheker musste für einen Spaziergang auch mal die Apotheke verlassen. Es wurde ein Schild an die Apothekentür gehängt. Bin in einer Stunde wieder da. Geduldig warteten die Kunden auf dem Bänkle vor der Apotheke..."